Was lange währt, ist wirklich gut - und heutzutage sind fünf Jahre bereits eine lange Zeit. Darum möchte ich heute dem breiten on-line-Publikum eine wirklich gute Aktion unserer Schule vorstellen, die Aktion „Briefmarken-Für-Bethel".
Es gibt sie seit genau fünf Jahren, und sie hat einmal ganz klein angefangen, nämlich im Schuljahr 2003/2004, als ich Klassenlehrerin der 7a war. Ich hatte der Klasse davon erzählt, dass es in der Nähe von Bielefeld einen Ort gibt, in dem mehr oder weniger gesunde, mehr oder weniger behinderte, mehr oder weniger leistungsfähige jüngere und ältere Menschen zusammen leben: Bethel. Über 130 Menschen mit Behinderungen sind in der Briefmarkenstelle, indem sie Postsendungen aussortieren, Briefmarken ausschneiden, ablösen, wieder sortieren und schließlich zum Weiterverkauf in Deutschland und aller Welt aufzubereiten.
Meine Schülerinnen und Schüler der 7a sowie deren Eltern ließen sich schnell für die Idee begeistern, im Klassenverband Briefmarken von Briefumschlägen abzutrennen, ohne die Marken dabei zu beschädigen, und zu sammeln, und so traf am 17. 01. 2004 unsere erste Briefmarkensendung mit einem kurzen Begleitschreiben in Bethel ein. Kaum zwei Wochen später erhielten wir einen Brief des Leiters der Öffentlichkeitsarbeit, Herrn Pastor Ulrich Pohl, in dem dieser uns nicht nur den Eingang unserer Sendung bestätigte, sondern auch die Bedeutung der Briefmarken deutlich machte. Zitat (Schreiben vom 06. 02. 2004): „Durch E-Mail, Fax und SMS sind Briefe und damit Briefmarken seltener geworden. Dadurch werden die Marken aber auch umso wertvoller. (...) Die behinderten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten sehr gern in der Briefmarkenstelle. Ihr helft mit, dass für sie auch weiterhin genügend Arbeit da ist. Dafür danke ich euch ganz herzlich."
Dieses Schreiben war Ansporn genug, in diese Aktion, die einmal im Hause meiner Großeltern begonnen hatte, weitere Klassen einzubeziehen. Die Resonanz war so erfreulich groß, dass die Sammlung mit Unterstützung des Schulleiters bald aus dem Klassenraum herausgetragen wurde und eine feste Anlaufstelle in Form eines gläsernen Briefkastens im Pausengang zwischen dem ersten und zweiten Trakt erhielt. Viele anonyme Spender tragen dazu bei, dass sich der Briefkasten wie von Zauberhand immer wieder mit Marken füllt.
Eine nicht unwesentliche Ursache dafür liegt sicher in dem persönlichen Briefkontakt mit dem Vorsitzenden des Vorstandes, Herrn Pastor Pohl. Immer wieder haben in der Zwischenzeit Schülerinnen und Schüler darüber berichtet, wie sie zum Briefmarken - Für - Bethel - Förderkreis (BFBF) gekommen sind. Herr Pastor Pohl ging auch auf diese Briefe persönlich ein und lobte dabei vor allem das außerordentliche Engagement der Jugendlichen. Zitat (Schreiben vom 22. August 2008): „Auf diese Weise wird ein Stück weit die Gemeinschaft von Menschen mit und ohne Behinderungen spürbar und zur Wirklichkeit. Allen beteiligten Personen, die ihre gesammelten Marken für die Menschen in Bethel zur Verfügung gestellt haben, sage ich an dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön!"
Diese Korrespondenz sowie das Info-Material, das ebenfalls im Pausengang eingesehen werden kann, haben sicherlich auch dazu beigetragen, den BFBF in Schüler-, Eltern- und Lehrerkreisen bekannt zu machen.
Selbstverständlich kann jeder on-line-Leser auch von sich aus nicht abgelöste oder abgelöste Briefmarken nach Bethel schicken. Hier die offizielle Adresse:
Stiftungen v. Bodelschwinghsche Anstalten Bethel
Pastor Ulrich Pohl
Postfach 13 02 60
33545 Bielefeld
Eine direkte Verbindung lässt sich ebenfalls auf folgendem Wege herstellen:
Pastor Ulrich Pohl
Vorsitzender des Vorstandes
Dankort . Quellenhofweg 25
33617 Bielefeld
Telefon 0521 144-3600
Telefax 0521 144-5138
Zitat (Schreiben vom 20. Januar 2009): „Dass wir Sie zum Kreis unserer Freunde und Förderer zählen dürfen, erfüllt mich mit großer Dankbarkeit."
In diesem Sinne
dorothea jensen, Lehrerin am GN