A Ziel des schulinternen Fachcurriculums Latein (G8)
1. Es ist eine Art Arbeitsvertrag zwischen den Mitgliedern der Latein-Fachschaft. Es enthält konkrete Zielbeschreibungen, die für die Mitglieder der Latein-Fachschaft verbindlich sind.
2. Die Vereinbarungen dienen dazu, durch festgelegte didaktische Schwerpunkte bestimmte Ziele gemeinsam und in allen Klassen kontinuierlich und effektiv anzustreben.
3. Das Curriculum soll die Schulöffentlichkeit über spezifische Arbeitsschwerpunkte und Bildungsziele der Fachschaft Latein informieren.
4. Das Curriculum wird in regelmäßigen Abständen in der Fachkonferenz auf der Grundlage der damit gewonnenen Erfahrungen und vor dem Hintergrund neuer Anforderungen und Möglichkeiten überarbeitet und weiterentwickelt.
5. Die Lehrkräfte der Jahrgangsstufen verpflichten sich, ihre Klassen zu den im Curriculum genannten Zielen zu führen. Es finden regelmäßige Abstimmungsgespräche zwischen den Lehrkräften der Parallelklassen statt. Sollte sich die Notwendigkeit ergeben, deutlich von den Zielvorgaben abweichen zu müssen, so werden diese Entwicklungen ebenfalls mit den Kolleginnen und Kollegen der Parallelklasse besprochen.
6. Bei aller Verbindlichkeit lässt es den Lehrkräften bewusst einen pädagogischen Freiraum für eigenverantwortlichen Unterricht.
B Schulübergreifende Grundlagen des schulinternen Fachcurriculums (G8)
1. Formale Strukturen
2. Grundlegende Kompetenzen des Faches Latein
Von Beginn des Lateinunterrichts an erwerben die Schülerinnen und Schüler Kenntnisse und Fähigkeiten in vier Kompetenzbereichen:
Das Lernen wird dabei in allen vier Kompetenzbereichen durch die Aspekte Nennen, Erklären, Anwenden und Erschließen strukturiert. Sie sind in der Handreichung „Orientierungshilfe G8 Latein" (IQSH 2008, S. 10-13) detailliert beschrieben.
Die Erweiterung der fachlichen Kenntnisse und Fähigkeiten ist eng verbunden mit der Vermittlung von Lernmethoden (Sach-und Methodenkompetenz), der Förderung sozialer Kompetenzen (Sozialkompetenz) und der Stärkung selbständigen und selbstverantwortlichen Lernens (Selbstkompetenz).
Unterrichtspraktische Konsequenzen der Kompetenzorientierung (G8)
1. Neben der Vermittlung grundlegender Fähigkeiten kommt dem Methodenlernen eine besondere Bedeutung zu. Das erfordert von den Unterrichtenden eine stetige Variation der Lernformen, methodisch abwechslungsreiches Übersetzen sowie interessantes Wiederholen und Einüben des Lernstoffes.
2. Das kumulative Lernen im Fach Latein und die damit verbundenen hohen Ansprüche an die Gedächtnisleistung machen sowohl im Rahmen des Unterrichts als auch im Bereich der Hausaufgaben regelmäßiges und intensives Üben notwendig.
3. Leistungsbewertung und Leistungsmessung erfolgen sowohl in lehrergelenkten als auch in den offenen Phasen des Lernens.
4. Binnendifferenzierung wird durchgeführt, wann immer sie sich anbietet. Die Mitglieder der Fachkonferenz tauschen sind regelmäßig über Erfahrungen mit binnendifferenzierenden Maßnahmen aus.
5. Lernpläne werden zur Förderung von Schülern und Schülerinnen mit besonderen Lernstärken bzw. Lernschwächen eingesetzt.
C Schulinternes Curriculum für das Fach Latein (G8)
1.Lehrgänge und Lehrbuch
Unsere Schule bietet die Möglichkeit an, Latein als 2. Fremdsprache ab Klasse 6 (Lehrbuch: Prima, Buchner-Verlag) zu lernen. Darüber hinaus wird voraussichtlich ab dem Schuljahr 2011 / 2012 Latein als 3. Fremdsprache ab Klasse 8 (Lehrbuch: Prima, Buchner-Verlag) angeboten.
2.Angestrebte Jahresziele und Lernprogression:
Latein als 2. Fremdsprache:
Klasse 6: Lektionen 1 - 12/13 (Leben im antiken Rom; Von Troja nach Rom); ggf.
leichte lehrbuchunabhängige Texte
Klasse 7: Lektionen 13/14 - 22/23 (Im archäologischen Park Xanten; Römer und Germanen;
römische Inschriften); ggf. leichte lehrbuchunabhängige Texte
Klasse 8: Lektionen 23/24 - 31/32 (Römisches Heerwesen; Fabeln; Christentum; Menschen vor schwierigen Entscheidungen); ggf. lehrbuchergänzende Texte
Klasse 9: 1. Halbjahr: Lektionen 32/35 - 44/45 (Bedeutende Römer und Griechen; Fest-und
Feiertage); ggf. lehrbuchergänzende Texte
2. Halbjahr: Übergangs- und Anfangslektüre (s. Anhang), ggf. ergänzt durch noch
ausstehende grammatische Phänomene
Klasse 10 - 12: Originallektüre römisch-lateinischer Autoren (s. Anhang)
➢ Der Erwerb des Wortschatzes und der Sprachkenntnisse der genannten Lektionen ist für alle Klassen verbindlich.
➢ Die Lehrkraft entscheidet eigenverantwortlich, in welchem Umfang das Lese- und Übungsangebot der einzelnen Lektionen genutzt und bearbeitet wird. Text unabhängiges Vokabellernen bleibt die Ausnahme.
➢ Der sinnvolle Umgang mit dem Wörterbuch wird so früh wie möglich geübt, wobei die Lehrkraft eigenverantwortlich über dessen Einsatz bei Klassenarbeiten sowie schriftlichen Leistungsnachweisen entscheidet (verbindlicher Einsatz ab Klasse 9 bei zweistündigen Arbeiten).
➢ Bei gemeinsamen Kursen von Latein als 2. bzw. 3. Fremdsprache in der 12. Jahrgangsstufe werden die thematisch differenzierten Leistungen lernjahrbezogen gemessen und bewertet.
Latein als 3. Fremdsprache:
Klasse 10: Lehrbuch (Erfahrungswerte liegen nicht vor)
Klasse 11: 1. Halbjahr: Fortsetzung der Lehrbucharbeit 2. Halbjahr: Übergangs- und Anfangslektüre; ggf. ergänzt durch noch ausstehende grammatische Phänomene
Klasse 12: Originallektüre römisch-lateinischer Autoren
➢ Der Erwerb des Wortschatzes und der Sprachkenntnisse der genannten Lektionen ist für alle Klassen verbindlich.
➢ Die Lehrkraft entscheidet eigenverantwortlich, in welchem Umfang das Lese- und Übungsangebot der einzelnen Lektionen genutzt und bearbeitet wird. Text unabhängiges Vokabellernen bleibt die Ausnahme.
➢ Der sinnvolle Umgang mit dem Wörterbuch wird so früh wie möglich geübt, wobei die Lehrkraft eigenverantwortlich über dessen Einsatz bei Klassenarbeiten sowie schriftlichen Leistungsnachweisen entscheidet (verbindlicher Einsatz ab Klasse 11 bei zweistündigen Arbeiten).
➢ Die Lehrkraft wählt im Blick auf die Lernvoraussetzungen und thematischen Interessen ihrer Lerngruppe aus dem vereinbarten Lektürekanon die passenden Texte aus (s. Anhang ).
➢ Bei gemeinsamen Kursen von Latein als 2. bzw. 3. Fremdsprache in der 12. Jahrgangsstufe werden die thematisch differenzierten Leistungen lernjahrbezogen gemessen und bewertet.
Schulinterne methodische Schwerpunkte (G8)
● Die Schüler und Schülerinnen werden zu einer zunehmend selbstständigen Sicherung und Dokumentation des Grammatikstoffes angeleitet. Dazu gestalten die Lernenden von Anfang an ein persönliches Vademecum (Heft, Ordner), das ihre Lernprogression nachvollziehbar festhält und ihnen als verständliches, vertrautes Nachschlagewerk dient. Die Benutzung einer lehrbuchbegleitenden oder lehrbuchunabhängigen Grammatik wird zum gegebenen Zeitpunkt eingeübt.
● Die Spielregeln für das Lernen in heterogenen Kleingruppen (Inselarbeit, Lernspiele, Rollenspiele, Wochenplanarbeit) werden frühestmöglich vermittelt, um den produktiven Einsatz dieser Unterrichtsmethode sicherzustellen.
● Das Ziel des Lateinunterrichts ist sinnorientiertes Lesen und Übersetzen. Die konsequente Anwendung der Wortblockmethode führt die Lernenden wie selbstverständlich zur Sprachreflexion sowohl im Bereich ihrer Muttersprache (beim Übertragen des Textes ins Deutsche) als auch im Lateinischen (lateinischer Textvortrag).
● Darüber hinaus ermöglicht der Strukturbogen den Lernenden einen raschen und übersichtlichen Zugang zu den wesentlichen Textinformationen.
● Fächerübergreifendes Lernen wird unterrichtsbegleitend verwirklicht und erfahrbar gemacht durch den Forumstag, Lieder europäischen Kulturguts, Fremdwortschatzerweiterung.
● Um das Interesse der Lernenden am Fach Latein zu wecken, zu fördern und zu erhalten, werden deren Anregungen aus ihrem privaten Umfeld (Konfirmandenunterricht, Reisen, Computerspiele, Warenhausprodukte, Zeitungen, Zeitschriften u. a. ) möglichst zeitnah aufgenommen.
● Da der sinnvolle Umgang mit dem Wörterbuch so früh wie möglich geübt werden soll (s.o.), empfehlen wir dessen Erwerb bereits in den ersten Lernjahren.
● Anhand eines Grund-und Aufbauwortschatzes werden ab Klasse 10 (Originallektüre römisch-lateinischer Autoren) die lexikalischen Kenntnisse erweitert, gesichert und in regelmäßigen Abständen überprüft, sofern Latein Profil- oder Kernfach ist.
Schulinterne Leistungsnachweise (G8)
In den Klassen 6-9 bestehen die schriftlichen Leistungsnachweise aus Klassenarbeiten im Sinne des Lehrplans der Sekundarstufe I, 2. Fremdsprache:
Klasse 6 - 8:
pro Schuljahr 4 einstündige Klassenarbeiten sowie 2 weitere Leistungsnachweise (Projekt-Präsentation, Referat, Forschungsauftrag, Buchvorstellung, Textvortrag, besondere Sprachleistung).
Klasse 9:
pro Halbjahr 1 einstündige und 1 zweistündige Klassenarbeit sowie 1 weiterer Leistungsnachweis (Projekt-Präsentation, Referat, Forschungsauftrag, Buchvorstellung, Textvortrag)
Vertiefende und außerunterrichtliche Lernangebote (G8)
An unserer Schule haben sich diverse aus unserer Unterrichtsarbeit entwickelte Aktivitäten wegen ihrer großen Akzeptanz bei unseren Schülern und Schülerinnen etabliert. Hier eine Auswahl:
Wir, die unterrichtenden Lehrkräfte, nehmen dabei Anregungen von Schülerseite auf, da nur so ein größtmögliches Interesse gewährleistet sein kann. In diesem Sinne ist die Liste der Aktivitäten offen und einem lebendigen Wechsel unterworfen (Latein lebt!).
Diese unverzichtbaren außerschulischen bzw. außerunterrichtlichen Aktivitäten wirken sich nicht nur nachhaltig positiv auf die Lerngruppen aus, sondern dienen auch dazu, das Fach Latein der Schulöffentlichkeit näher zu bringen.
Anhang
Schulinterner Lektürekatalog
für die Sekundarstufe 1 (G8), 2. Fremdsprache
Hinweis: Die Lehrkraft wählt im Blick auf die Lernvoraussetzungen und thematischen Interessen ihrer Lerngruppe aus dem vereinbarten Lektürekanon die passenden Texte aus. Dabei berücksichtigt sie die Voraussetzungen zur Erfüllung der Latinumsanforderungen sowie des Abiturs.
Klasse 9, 2. Halbjahr
Klasse 10:
Klasse 11 und 12: