Kompetenzen

Folgende Auszüge aus dem amtlichen Lehrplan deuten das Selbstverständnis des Faches Erdkunde an (S. 18 f.):

 

"Der Raum ist Voraussetzung und Bestimmungsgröße jeglicher Existenz. In ihm vollziehen sich alle bedeutsamen Tätigkeiten des Menschen. Das starke Bevölkerungswachstum, die expandierende Wirtschaft, der vergrößerte Energiebedarf und die daraus resultierende globale ökologische Krise gefährden zunehmend seinen Lebensraum. Um die Bewohnbarkeit der Erde zu erhalten, sind wirksame Maßnahmen erforderlich.

 

Sachkompetenz

Das Fach Erdkunde vermittelt den Schülerinnen und Schülern Grundeinsichten und -fertigkeiten, damit sie sich sachkundig und verantwortungsbewusst in ihrer natürlichen und sozialen Umwelt verhalten und an der Bewältigung von Gegenwartsproblemen und Zukunftsaufgaben beteiligen können.

Im Erdkundeunterricht erfahren die Schülerinnen und Schüler die Erde als eine endliche Lebensgrundlage, die mit zunehmenden gesellschaftlichen Raumansprüchen enger wird. Sie gewinnen dabei Einsichten in die Wechselwirkungen zwischen Mensch und Raum, die in umweltkonformen und umweltschädigenden Aktivitäten des Menschen sichtbar werden. Um verantwortlich an raumprägenden Entscheidungen mitwirken zu können, sind Kenntnisse von natur-, wirtschafts- und sozialräumlichen Strukturen und Prozessen, ihren Ursachen und Wirkungen unerlässlich. Derartige Kenntnisse und Einsichten dürfen sich nicht auf das eigene Umfeld beschränken. Die zunehmenden Abhängigkeiten der Staaten und Staatengruppen voneinander machen es erforderlich, dass die Schülerinnen und Schüler ein Grundwissen über die natürlichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bedingungen in anderen Regionen erwerben. Nur so ist das Verstehen fremder Lebensformen und die Achtung anderer zu gewährleisten.
Zur Orientierung und zur Verdeutlichung von Lagebeziehungen muss topografisches Wissen verfügbar sein. Es erfüllt keinen Selbstzweck, sondern dient der Einordnung der vielfältigen Informationen in ein geografisches Weltbild.

 

Methodenkompetenz:

Der Erwerb kartografischer Kompetenz ist ein ureigenes Anliegen des Faches Erdkunde. Dazu zählen der Umgang mit dem Atlas, die Auswertung von topografischen und thematischen Karten unterschiedlicher Maßstäbe und die Herstellung einfacher Karten. Die Schülerinnen und Schüler entwickeln Fähigkeiten und Fertigkeiten zur

  • Nutzung verbaler, bildhafter, quantitativer und symbolischer Informationsformen, z. B. von Texten, Bildern, Modellen, Tabellen, Diagrammen, Karten und Datensystemen
  • Auswertung und Anwendung von Satellitenbildern als modernen Informationsträgern über Zustand und Veränderung der Erdoberfläche
  • Feldbeobachtung und -kartierung, Interview
  • Interpretation sekundärer Quellen.

Das entdeckende Lernen befähigt sie,

  • Fragen und Probleme zu erkennen
  • Informationen zu sammeln und zu strukturieren
  • Daten zu bearbeiten, zu interpretieren und zu bewerten
  • Analyseverfahren zu erarbeiten und anzuwenden
  • Urteile zu fällen, Entscheidungen zu treffen und Probleme zu lösen
  • selbständig und kooperativ zu arbeiten.

 

Selbstkompetenz:

Der Erdkundeunterricht vermittelt die Fähigkeit

  • Interesse am individuellen Lebensraum und an der Vielfalt der natürlichen Welt zu entwickeln
  • unterschiedliche und fremde Lebensformen wahrzunehmen, zu erfassen und zu verstehen
  • Fremd- und Selbstbild (durch Perspektivenwechsel) zu unterscheiden und die eigene Subjektivität zu verstehen
  • eigene Standpunkte, Kriterien und Wertungen zu relativieren (als Voraussetzung für die Akzeptanz des/der anderen).

 

Sozialkompetenz

Der Erdkundeunterricht vermittelt

  • die Fähigkeit, mit Partnern und in Gruppen konstruktiv und zielgerichtet zusammenzuarbeiten und dabei auftretende Schwierigkeiten zu überwinden
  • die Fähigkeit, sich als Teil einer größeren Gemeinschaft zu sehen
  • die Fähigkeit zum verantwortlichen Umgang mit der uns anvertrauten Natur. "

 

Letzte Aenderung: 19. August 2008, 09:00:01 Peter Schlieper