Sekundarstufe II (Oberstufe)
Kursthemen
In der Oberstufe werden die in der Mittelstufe erworbenen Kompetenzen systematisch vertieft und ausgebaut. Dabei sind folgende Kursthemen
verbindlich (Lehrplan, Sek. II, S. 42 f. und Beschlüsse der Fachkonferenz):
- 11.1 - Literarische Motive im Wandel: Im ersten Halbjahr des 11.
Jahrgangs wird erarbeitet, wie ein literarisches Motiv in verschiedenen
Gattungen und Medien zu unterschiedlichen Zeiten gestaltet wird. Literarisches
Verstehen wird am Beispiel der Methode des werkimmanenten Interpretierens und
kontrastiver Methoden grundsätzlich reflektiert und geübt.
Gegenstand des Unterrichts sind die wesentlichen Merkmale aller wichtigen Epochen der deutschen Literatur in ihrer historischen Abfolge vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Dazu wählt der Kursleiter ein Motiv aus (Vorschlag Lehrplan: Jugend, Natur, Liebe, Anpassung und Widerstand), das in seiner Entwicklung durch die Epochen an Beispielen aus allen literarischen Gattungen erarbeitet wird. - Methodisches Hauptziel des Unterrichts ist die Einübung in den Interpretationsaufsatz.
- 11.2 - Eine Epoche in ihrer Eigenart: Im zweiten Halbjahr des 11.
Jahrgangs wird eine Epoche mit all ihren Bestimmungsfaktoren erarbeitet.
Historische, literatursoziologische, literarische, literaturtheoretische, ästhetische
Zeugnisse einer ausgewählten Epoche bilden den Schwerpunkt der Arbeit. Neben
der Leistung der werkimmanenten Methode wird die erschließende Leistung anderer
methodischer Zugriffe wichtig (biographische, literatursoziologische,
rezeptionsästhetische Methode).
Hauptgegenstand des Unterrichts ist die Literatur der Empfindsamkeit und des Sturm und Drang u. a. in Werken von Goethe und Schiller. - Methodisches Hauptziel des Unterrichts ist die Einübung in den Erörterungsaufsatz.
- 12.1 - Epochenwandel und Epochenkontraste: Im ersten Halbjahr des
12. Jahrgangs werden Epochenwandel, Zeitenwende und Kontrast zum
erkenntnisleitenden Ansatz der Betrachtung von Sprache, Literatur und Medien.
Das literaturtheoretische und sprachlich-ästhetische Selbstverständnis der
Autoren zeigt im Vergleich Kontinuität und Wandel.
Hauptgegenstand des Unterrichts ist die Literatur der Weimarer Klassik und der Romantik u. a. in Werken von Goethe, Schiller, Kleist und Heine. - Methodisches Hauptziel des Unterrichts ist die Verfeinerung des Interpretationsaufsatzes.
- 12.2 - Wirklichkeit im Medium von Sprache und Literatur: Im zweiten
Halbjahr des 12. Jahrgangs soll der Frage nach dem Bezug der Literatur zur
Wirklichkeit besonders in Werken des 19. und 20. Jahrhunderts nachgegangen
werden. Dadurch entsteht ein thematischer Rahmen, innerhalb dessen sich grundsätzliche
systematische Fragestellungen kommunikationstheoretischer und
sprachphilosophischer Art ergeben. Sie werden einbezogen in die Thematisierung
des Verhältnisses von Literatur, Sprache und Denken ebenso wie in die
Thematisierung der Wirkung von Medien in der Informationsgesellschaft. Die Schüler
erlangen so Einsicht in grundlegende Leistungen des sprachlichen Handelns und
Gestaltens und in deren Möglichkeiten und Grenzen (Formen des Realismus,
Naturalismus, Funktion der Sprache und der Medien).
Hauptgegenstand des Unterrichts sind Werke der realistischen Literatur vom Vormärz über den poetischen Realismus bis hin zum Naturalismus, u. a. in Werken von Heine, Büchner und Fontane, und das Verhältnis von Wirklichkeit und Sprache. - Methodisches Hauptziel des Unterrichts ist die Verfeinerung des Erörterungsaufsatzes.
- 13.1 - Die literarische Moderne zwischen Tradition und Postmoderne:
Im ersten Halbjahr des 13. Jahrgangs wird die Vielfalt der modernen Literatur
den Schülern insbesondere an Werken der klassischen Moderne vermittelt. Als
Leitfaden dient dabei der Aspekt von Traditionsbruch und -zusammenhang. Die
Einsicht in die Kontinuität und den Wandel literarischer Inhalte, Aussagen und
Formen und der Sprache eröffnet vielfältige Perspektiven des Lebensverständnisses
und der Lebensgestaltung.
Hauptgegenstand des Unterrichts ist die Literatur der literarischen Moderne u. a. in Werken von Thomas Mann, Kafka und Brecht. - Methodisches Hauptziel des Unterrichts ist die Einübung in die gestaltende Interpretation.
- 13.2 - Produktion, Rezeption und Wertung von Literatur: Im zweiten
Halbjahr des 13. Jahrgangs wird der Frage nach Produktion, Rezeption und
Wertung von Literatur in der Gegenwart, auch im Vergleich mit anderen Zeiten,
nachgegangen. Grundlegende, komplexe Fragen des Literaturschaffens, des
Literaturbetriebs, der Medien werden exemplarisch erarbeitet (Funktion von
Sprache, Literatur und Medien).
Hauptgegenstand des Unterrichts ist die Literatur der Gegenwart.
Leistungsnachweise
Auf Beschluss der Fachkonferenz und der Schulkonferenz werden im Fach Deutsch in der Oberstufe folgende Leistungsnachweise erbracht:
- Klassenstufen 11 und 12: In jedem Halbjahr wird eine vierstündige Klausur geschrieben. In jedem Schuljahr wird ein weiterer Leistungsnachweis in Form eines Referats oder einer Präsentation erbracht. Insgesamt sind also in jedem Schuljahr drei Leistungsnachweise zu erbringen.
- Klassenstufe 13: Im ersten Halbjahr wird eine Klausur unter Abiturbedingungen geschrieben (5 Zeitstunden). Im zweiten Halbjahr erfolgt kein schriftlicher Leistungsnachweis. Ein weiterer Leistungsnachweis erfolgt in Form eines Referats oder einer Präsentation. Insgesamt sind also zwei Leistungsnachweise zu erbringen.
Letzte Änderung : 27. September 2010, 18:51:29 Ralf-Henning Steinmetz