Aus­bil­dungs­kon­zept

Aus­bil­dungs­kon­zept des Städ­ti­schen Gym­na­si­ums Neu­stadt in Hol­stein zur Aus­bil­dung der Referendare

Anläss­lich der Reform des Vor­be­rei­tungs­diens­tes haben wir – das  Städ­ti­sche Gym­na­sium Neu­stadt in Hol­stein – das fol­gende Aus­bil­dungs­kon­zept erstellt. Es basiert auf der über­ar­bei­te­ten APO II (Aus­bil­dungs– und Prü­fungs­ord­nung Lehr­kräfte II) vom Juni 2011 (in Kraft getre­ten am 01.08.2011) sowie den der­zeit gel­ten­den all­ge­mei­nen und fach­spe­zi­fi­schen Aus­bil­dungs­stan­dards. Diese Stan­dards und die APO II stel­len mit ihren all­ge­mei­nen, ver­bind­li­chen Richt­li­nien den Rah­men für die Aus­bil­dung der Lehr­kräfte an unse­rer Schule dar. Dar­über hin­aus gibt es einen Bereich der Aus­bil­dung, der in der Eigen­ver­ant­wor­tung der Schule liegt. Die­sen Bereich haben wir mit einer Reihe von Leit­li­nien und Rege­lun­gen aus­ge­stal­tet, um die Refe­ren­dare in der Ent­wick­lung ihrer Hand­lungs­kom­pe­tenz als Leh­rer zu unter­stüt­zen. Unser Aus­bil­dungs­kon­zept ist als offe­nes Kon­zept zu betrach­ten, das einer kon­ti­nu­ier­li­chen Refle­xion, Eva­lua­tion und Fort­schrei­bung unter­lie­gen soll.

Für den Teil der Aus­bil­dung, der laut APO II in der Eigen­ver­ant­wor­tung der Schule liegt, haben wir uns diese Leit­li­nien gegeben:

Selbst­ver­ständ­lich sind für uns:

  • die recht­zei­tige Ein­füh­rung der Refe­ren­dare in die Arbeit am Gym­na­sium Neu­stadt (räuml. Gege­ben­hei­ten, orga­ni­sa­to­ri­sche Abläufe etc.) durch Ver­tre­ter der Schul­lei­tung, die Men­to­ren und den Ausbildungskoordinator;
  • die Betreu­ung durch kom­pe­tente Mentoren;
  • Bera­tungs– und Orientierungsgespräche;
  • die Ein­bin­dung der Refe­ren­dare in das außer­un­ter­richt­li­che Schul­le­ben und das Kollegium;
  • die Bereit­schaft des Kol­le­gi­ums, die Refe­ren­dare in ihrer Arbeit zu unter­stüt­zen und ihnen z.B. die Mög­lich­keit zur Hos­pi­ta­tion in ihrem Unter­richt zu geben;
  • die Anbah­nung der Koope­ra­tion mit benach­bar­ten Schu­len, um den Refe­ren­da­ren Mög­lich­kei­ten zur Hos­pi­ta­tion zu bieten.

Wir stre­ben an, dass

  • Unter­richt unter Anlei­tung” statt­fin­det, wobei die­ser in der Ober­stufe in den ent­spre­chen­den Fächern mög­lichst auch im Pro­fil­fach erfol­gen sollte;
  • für die Men­to­ren die Mög­lich­keit besteht, jeweils in zwei Wochen­stun­den des eigen­ver­ant­wort­li­chen Unter­richts des Refe­ren­dars zu hospitieren;
  • der Stun­den­plan zeit­nahe Bespre­chungs­stun­den – wenn mög­lich im Rah­men des Schul­ta­ges – ermöglicht;
  • die Refe­ren­dare nach Abspra­che mit den betref­fen­den Kol­le­gen auch im Unter­richt ande­rer Kol­le­gen hospitieren;
  • der Schul­lei­ter, der Men­tor / die Men­to­ren und der Aus­bil­dungs­ko­or­di­na­tor an den Aus­bil­dungs­be­ra­tun­gen durch die Stu­di­en­lei­ter und den Unter­richts­ver­su­chen sowie deren anschlie­ßen­der Bespre­chung im Rah­men der Modul­tage teil­neh­men, um den Refe­ren­dar im Sinne der Bera­tungs­er­geb­nisse in sei­ner beruf­li­chen Aus­bil­dung wei­ter zu unterstützen;
  • die Refe­ren­dare im Rah­men des Vor­be­rei­tungs­diens­tes zusätz­lich zur Unter­richts­be­ra­tung durch die Stu­di­en­lei­ter und zusätz­lich zu den Unter­richts­ver­su­chen im Rah­men der Modul­ver­an­stal­tun­gen schul­in­tern pro Semes­ter eine Lehr­probe im Fach ihrer Wahl able­gen, um eine wei­tere Übungs­si­tua­tion für das Examen zu schaffen;

Wei­ter sollten

  • zu die­sen Stun­den ein Ras­ter und das Unter­richts­ma­te­rial vor­ge­legt werden;
  • an den Lehr­pro­ben die ande­ren Refe­ren­dare der Schule, die bei­den Men­to­ren, der Aus­bil­dungs­ko­or­di­na­tor und – wenn mög­lich – auch wei­tere Kol­le­gen teil­neh­men (auf Wunsch des betrof­fe­nen Refe­ren­dars kann auch der Schul­lei­ter zu die­ser Lehr­probe ein­ge­la­den werden);
  • auf Ein­la­dung der Refe­ren­dare auch andere Refe­ren­dare aus der nähe­ren Umge­bung zu einer Lehr­probe ein­ge­la­den wer­den können;
  • mög­lichst im Anschluss an die gehal­te­nen Lehr­pro­ben die Bespre­chun­gen unter Berück­sich­ti­gung des Aus­bil­dungs­stan­des erfol­gen (bei der Bespre­chung der Lehr­probe kann der schul­in­terne „Beob­ach­tungs­bo­gen” als Grund­lage für das Bera­tungs­ge­spräch die­nen; den Refe­ren­da­ren sollte vor der Lehr­pro­ben­stunde die Mög­lich­keit gege­ben wer­den, zwei spe­zi­elle Beob­ach­tungs­be­rei­che aus­zu­wäh­len, auf die bei der Hos­pi­ta­tion in beson­de­rem Maße das Augen­merk gerich­tet wer­den soll).

Prä­zi­sie­run­gen der Aufgabenfelder

  1. Aus­bil­dungs­ko­or­di­na­tor: Der Aus­bil­dungs­ko­or­di­na­tor ist für die Refe­ren­dare Ansprech­part­ner in allen nicht fach­spe­zi­fi­schen Belan­gen und bei even­tu­ell auf­tre­ten­den Pro­ble­men. Ihm obliegt ins­be­son­dere die Ein­füh­rung der Refe­ren­dare in die Struk­tu­ren und Abläufe der Aus­bil­dung (unter beson­de­rer Berück­sich­ti­gung unse­res Aus­bil­dungs­kon­zep­tes) sowie in die räum­li­chen Struk­tu­ren und orga­ni­sa­to­ri­schen Gege­ben­hei­ten am Gym­na­sium Neu­stadt. Außer­dem ist er für die Anbah­nung der Koope­ra­tion mit benach­bar­ten Schu­len zwecks Schaf­fung von Hos­pi­ta­ti­ons­mög­lich­kei­ten zustän­dig sowie für die Orga­ni­sa­tion und Koor­di­na­tion schul­in­ter­ner Aus­bil­dungs­ver­an­stal­tun­gen (z.B. Ein­füh­rung der Refe­ren­dare in Beson­der­hei­ten der Unter-, Mit­tel– und Ober­stufe durch die jewei­li­gen Stufenleiter).
  2. Men­tor: Der Men­tor unter­stützt den Refe­ren­dar durch Hos­pi­ta­tio­nen und Bera­tun­gen in allen Berei­chen des schul­prak­ti­schen All­tags. Zu Beginn der Aus­bil­dungs­zeit (nach ca. vier Wochen) und am Ende des ers­ten Aus­bil­dungs­se­mes­ters führt er ein Ori­en­tie­rungs­ge­spräch mit dem Refe­ren­dar über den Pro­zess der Aus­bil­dung. Auf der Grund­lage der Aus­bil­dungs­stan­dards, der APO II und des Aus­bil­dungs­kon­zep­tes sol­len im Rah­men die­ser Gesprä­che Fra­gen erör­tert wer­den, die für die gesamte Zeit der Aus­bil­dung von Bedeu­tung sind. Diese Ori­en­tie­rungs­ge­sprä­che die­nen nicht der dienst­li­chen Beur­tei­lung, son­dern aus­schließ­lich der ver­trau­li­chen Bera­tung. In der Regel ist das Ori­en­tie­rungs­ge­spräch daher unter vier Augen zu füh­ren, nach Abspra­che zwi­schen dem Refe­ren­dar und den Men­to­ren kann das Gespräch aber auch zu dritt – also zwi­schen dem Refe­ren­dar und den bei­den Men­to­ren – geführt wer­den. Der Men­tor ver­fasst das Pro­to­koll zum Ori­en­tie­rungs­ge­spräch unter Ver­wen­dung des ent­spre­chen­den Form­blat­tes (vgl. Anhang). Das Ori­gi­nal des Pro­to­kolls ver­bleibt bei dem Refe­ren­dar, eine Kopie davon bis zum Aus­bil­dungs­ende beim Men­tor. Wei­te­ren Per­so­nen soll das Pro­to­koll nicht zugäng­lich sein.
  3. Schul­lei­ter: Um sich ein umfas­sen­des Bild von der Arbeit des Refe­ren­dars zu machen, nimmt der Schul­lei­ter nicht nur an den Aus­bil­dungs­be­ra­tun­gen durch die Stu­di­en­lei­ter und den Unter­richts­ver­su­chen an den Modul­ta­gen teil, son­dern besucht auch nach Abspra­che mit dem Refe­ren­dar des­sen Unter­richt (z.B. frei­wil­lige zusätz­li­che Lehr­probe”), führt mit ihm Gesprä­che über die Tätig­keit an unse­rer Schule und berät ihn. – Der Schul­lei­ter betei­ligt die Men­to­ren und den Aus­bil­dungs­ko­or­di­na­tor an den Pla­nun­gen im Hin­blick auf den unter­richt­li­chen Ein­satz der Refe­ren­dare und infor­miert den Refe­ren­dar recht­zei­tig vor Schul­be­ginn über den vor­ge­se­he­nen Ein­satz. – In sei­ner Funk­tion als unmit­tel­ba­rer Vor­ge­setz­ter beur­teilt der Schul­lei­ter die schu­li­sche und unter­richt­li­che Arbeit der Refe­ren­dare. Maß­geb­lich für die zu erstel­lende dienst­li­che Beur­tei­lung sind die Aus­bil­dungs­stan­dards (vgl. APO II, § 14), die sich auf fol­gende fünf Berei­che bezie­hen (vgl. „Infor­ma­tio­nen zum Vor­be­rei­tungs­dienst 3″, S. 10f.):
  • Pla­nung, Durch­füh­rung und Eva­lua­tion von Unterricht;
  • Mit­ge­stal­tung und Ent­wick­lung von Schule;
  • Erzie­hung und Beratung;
  • Selbst­ma­nage­ment;
  • Bil­dungs– und Erziehungseffekte.

Die­ses Aus­bil­dungs­kon­zept ist am 12.06.2012 von der Schul­kon­fe­renz beschlos­sen wor­den. Es ist Bestand­teil des Schulprogramms.