Schul­art­ver­ord­nung

Seit dem Juni 2014 gibt es eine über­ar­bei­tete Schul­art­ver­ord­nung für die Sekun­dar­stufe I am Gym­na­sium und damit auch neue Richt­li­nien für die Ver­set­zungs­pra­xis und den Erwerb von Schul­ab­schlüs­sen. Neben dem ent­spre­chen­den Geset­zes­text fin­den Sie hier eine Zusam­men­fas­sung der wich­tigs­ten Bestim­mun­gen. Da das Küs­ten­gym­na­sium Neu­stadt ein G8-Gymnasium ist, beschrän­ken sich diese Erläu­te­run­gen auf die Rege­lun­gen für G8-Schüler.

 SAVO­Gym Juni 2014

 Ver­set­zungs­richt­li­nien / Auf­stieg (mit Vorbehalt):

Am Ende der Klas­sen­stu­fen 7 und 8 berät das Klas­sen­kol­le­gium auf der Zeug­nis­kon­fe­renz auf­grund des aktu­el­len Leis­tungs­stan­des der Schü­ler über den Auf­stieg in die fol­gende Klas­sen­stufe. Dabei geht es um die Frage, ob der jewei­lige Schü­ler im kom­men­den Schul­jahr erfolg­reich wird mit­ar­bei­ten kön­nen. Für die Ent­schei­dung über die mög­li­che erfolg­rei­che Mit­ar­beit im kom­men­den Schul­jahr ist laut Ver­ord­nung keine bestimmte Noten­kon­stel­la­tion defi­niert wor­den. Viel­mehr soll das Klas­sen­kol­le­gium eine päd­ago­gi­sche Ein­zel­fall­ent­schei­dung tref­fen, die die Arbeits­hal­tung und die sich im Noten­bild ins­ge­samt wider­spie­geln­den Schwä­chen der betref­fen­den Schü­ler, also man­gel­hafte und (schwach) aus­rei­chende Leis­tun­gen, berücksichtigt.

Die Klas­sen­kon­fe­renz kann die Emp­feh­lung zur Wie­der­ho­lung der Klas­sen­stufe aus­spre­chen, wenn sie zu der Auf­fas­sung gelangt ist, dass der Schü­ler im nächs­ten Schul­jahr nicht erfolg­reich wird mit­ar­bei­ten kön­nen (§6). Die end­gül­tige Ent­schei­dung dar­über, ob der Schü­ler die Klas­sen­stufe wie­der­holt, liegt aber bei den Erziehungsberechtigten.

Zusam­men mit der Emp­feh­lung zur Wie­der­ho­lung oder alter­na­tiv dazu kann die Klas­sen­kon­fe­renz das Auf­stei­gen in die nächste Klas­sen­stufe auch mit einem Vor­be­halt ver­se­hen, dann erfolgt eine Art „Auf­stieg auf Probe“. Das bedeu­tet, dass die Klas­sen­kon­fe­renz gleich­zei­tig För­der­maß­nah­men für den Schü­ler bestimmt und davon aus­geht, dass er seine über­schau­ba­ren Lücken dank der För­der­maß­nah­men inner­halb des nächs­ten Schul­halb­jah­res wird schlie­ßen kön­nen. Auf der Zeug­nis­kon­fe­renz am Ende des 1. Halb­jah­res wird dann anhand des Leis­tungs­stan­des die end­gül­tige Ent­schei­dung über den Ver­bleib in der Klas­sen­stufe gefällt. Sofern die Kon­fe­renz der Ansicht ist, dass der Schü­ler in der aktu­el­len Klas­sen­stufe nicht erfolg­reich mit­ar­bei­ten kann, muss er um eine Klas­sen­stufe zurück­tre­ten. Steigt ein Schü­ler z.B. mit Vor­be­halt in die 8. Klasse auf, dann muss er das 2. Halb­jahr der 7. Klasse wie­der­ho­len. Sollte dann am Ende des Wie­der­ho­lungs­halb­jah­res von Klasse 7 die Kon­fe­renz zu der Ansicht gelan­gen, dass der Schü­ler nicht erfolg­reich in der 8. Klasse wird mit­ar­bei­ten kön­nen, wird er an die Gemein­schafts­schule schräg­ver­setzt (§6 Abs.2).

Auf Antrag der Eltern kann die Klas­sen­kon­fe­renz auch beschlie­ßen, dass ein Schü­ler nicht „auf Probe” in die nächste Klas­sen­stufe auf­steigt, son­dern die Klas­sen­stufe wie­der­holt, um genü­gend Zeit zu haben, seine Lücken in den jewei­li­gen Fächern zu schließen.

Ver­set­zung in die Oberstufe:

Die Ver­set­zung in die Ober­stufe erfolgt für G8-Schüler am Ende der 9. Klasse. Ein Schü­ler ist auto­ma­tisch in die Ober­stufe ver­setzt, wenn seine Leis­tun­gen in nicht mehr als einem Unter­richts­fach „man­gel­haft” sind und kein Fach mit der Note „unge­nü­gend” bewer­tet wurde. Wenn zwei oder mehr man­gel­hafte Leis­tun­gen im Zeug­nis vor­han­den sind, berät die Klas­sen­kon­fe­renz dar­über, ob der Schü­ler in der Ober­stufe auf­grund sei­ner Arbeits­hal­tung und sei­nes aktu­el­len Leis­tungs­stan­des erfolg­reich wird mit­ar­bei­ten kön­nen. Eine Wie­der­ho­lung der 9. Klas­sen­stufe (G8) ist ein­mal möglich.

Errei­chen von Schulabschlüssen:

Mit dem neuen Schul­ge­setz und den neuen Ver­ord­nun­gen sind neue Bezeich­nun­gen für die Schul­ab­schlüsse ein­ge­führt wor­den: der Erste all­ge­mein­bil­dende Schul­ab­schluss (ehe­mals Haupt­schul­ab­schluss) und der Mitt­lere Schul­ab­schluss (ehe­mals Realschulabschluss).

Für G8-Schüler gilt, dass sie mit der Ver­set­zung in die 11. Jahr­gangs­stufe (Q1) den „Mitt­le­ren Schul­ab­schluss” (d.h. die Gleich­wer­tig­keit der schu­li­schen Leis­tun­gen mit dem Mitt­le­ren Schul­ab­schluss) erwor­ben haben. Erfolgt keine Ver­set­zung in die 11. Jahr­gangs­stufe (Q1), kann die 10. Klasse (E, das Ein­füh­rungs­jahr in der Ober­stufe) wie­der­holt wer­den oder dem Schü­ler kann trotz­dem beim Ver­las­sen der Schule der „Mitt­lere Schul­ab­schluss” beschei­nigt werden.

Laut Zeug­nis­ver­ord­nung kann am Ende des 10.Schuljahres (Klasse E) ein Abschluss­zeug­nis aus­ge­stellt wer­den, in dem die Gleich­wer­tig­keit der schu­li­schen Leis­tun­gen mit dem Real­schul­ab­schluss fest­ge­stellt wird und die Noten gem. § 4 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 ZVO auf der Anfor­de­rungs­ebene des Bil­dungs­gangs zum Erwerb des Mitt­le­ren Schul­ab­schlus­ses erteilt wer­den, d.h. dass mit Aus­nahme der Sport­note alle Noten des Gym­na­si­al­zeug­nis­ses des 2. Halb­jah­res der Klasse E um eine Note ange­ho­ben wer­den. Die­ses Abschluss­zeug­nis wird aber nur dann aus­ge­stellt, wenn der Schü­ler die Schule end­gül­tig ver­lässt und kei­nen höher­wer­ti­gen Schul­ab­schluss erreicht hat oder auf einer ande­ren Schule zu errei­chen beabsichtigt.

Der „Erste all­ge­mein­bil­dende Schul­ab­schluss” (d.h. die Gleich­wer­tig­keit der schu­li­schen Leis­tun­gen mit dem Ers­ten all­ge­mein­bil­den­den Schul­ab­schluss) ist mit der Ver­set­zung in die Ein­füh­rungs­phase der Ober­stufe erreicht. Für die Aus­stel­lung gel­ten die­sel­ben Richt­li­nien wie beim „Mitt­le­ren Schul­ab­schluss”, die Noten des Gym­na­si­al­zeug­nis­ses (Aus­nahme Sport) wer­den in die­sem Falle um 2 Noten angehoben.